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Rimini
Immerath
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Elba (Erzmiene)

Badetourismusorte gibt es viele und sie werden rund um den Globus jährlich mehr. Doch der Name Rimini steht irgendwie für den Anfang dieser 

Bewegung. Die flache Adriaküste rund um Rimini und bis nach Ravenna reichend, war prädestiniert für einen Aufbau von Tourismusanlagen, um einem sommerlichen sonnenhungrigen Massentourismus gerecht zu werden. Die Infrastruktur ist zum Teil schon ziemlich in die Jahre gekommen, denn die Anfänge gehen in die 50iger Jahre zurück. Doch wie sieht dieser Ort aus wenn keine Luftmatratzen und aufblasbaren Gummitiere herum getragen werden und praktisch entvölkert ist. Dann strahlt diese Küste einen ganz anderen Reiz aus und es liegt eine leichte Melancholie in der Luft.

Ein ganz anderer Fall ist Immerath. Immerath ist ein ländlich geprägter Ort, seit 1972 ein Stadtteil von Erkelenz im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen.

Das Dorf liegt im geplanten Braunkohletagebau Garzweiler der RWE Power, wird deshalb seit 2006 umgesiedelt und wartet jetzt darauf bis es abgerissen wird, damit die grossen Braunkohlebagger kommen können um das Land zu verwüsten. Ich habe das Dorf mit der Kamera besucht, weil es mich berührte, dass über hunderte von Jahren gewachsene Strukturen der kurzfristigen und nicht mehr zeitgemässen und stark umweltbelastenden Energiegewinnung geopfert werden. Und dies sogar nach der propagierten und grossgeredeten Energiewende. Ein absurdes

Umsiedlungsbeispiel mitten in Europa.


 

Der Name der Insel Elba, zur Zeit der Etrusker Ilva genannt, bedeutet Eisen. Wer in früheren Zeiten diese Metallvorkommnisse hatte, konnte über Völker herrschen. Dies war auch der Grund, warum 250 v. Chr. die Römer den Etruskern den Krieg erklärten, um in den Besitz der Bergwerke Elbas zu gelangen. Der Sieg der Römer bedeutete das Ende der Etrusker und Rom erlangte aus dem Eisenvorrat genügend Waffen um die Welt zu beherrschen. Dennoch wurde die Insel während der modernen Ära am meisten ausgebeutet, vor allem als die Nachfrage der Stahlindustrie, insbesondere der Hochöfen in Portoferraio, in Piombino und Taranto an Mineralien gross war. Die Bergwerke in Capoliveri sind Calamita, Ginepro und ein kleineres Werk, "Sassi Neri". Alle gehörten zum gleichen Werk der Insel, dessen Direktion in Rio Marina sass. Über Jahrhunderte waren diese Bergwerke eine der wichtigsten Arbeitgeber für die Bevölkerung Elbas, vor allem für Rio Marina, Rio Elba und Capoliveri. Nach mehr als 3000 Jahren Ausbeutung wurde 1980 der Abbau eingestellt, obwohl noch ausreichend Eisenerz unter dem Meeresspiegel vorhanden ist. 

Bodie ist eine Geisterstadt östlich von San Francisco in Kalifornien 

an der Grenze zu Nevada. Sie entstand nach1859 als 

Goldgräbersiedlung und wurde in den 1930er Jahren

aufgegeben. Dank der geringen Luftfeuchtigkeit blieben viele Gebäude, Gerätschaften und Autos relativ gut erhalten. Das Ensemble gilt heute als besterhaltene Geisterstadt der USA. William S. Bodey  hatte 1859 in Mono County in der Sierra Nevada, ca. 20 Meilen nördlich des Mono Lake, 

Gold gefunden. Noch im selben Jahr starb er vermutlich bei einem Schneesturm, nachdem er sich in die nächste Stadt aufgemacht hatte, um neue Materialien und Lebensmittel zu holen. Seine Familie jedoch gründete an dieser Stelle die Stadt Bodie und begann 1861 mit dem Goldabbau. Die geänderte Schreibweise war beabsichtigt, um eine falsche Aussprache als „Body“ zu vermeiden. Die Geologie der

Region ist geprägt durch Andesit mit großflächigen Brekzie Gängen mit hohem Silicium-Anteil und schmalen Quarzit-Gängen. In beiden Strukturen ist freies Gold in feinen Anteilen gemischt. Weitere Mineralien sind Pyrit und ein relativ hoher Silber-Anteil. Nachdem die Standard Company, die die Goldmine in Bodie betrieb, 1876 auf eine sehr profitable Goldader gestoßen war, wuchs die Stadt rasant an. Nur vier Jahre später lebten bereits 10.000 Einwohner in Bodie. In Bodie gab es während dieser Blütezeit der Stadt 65Saloons entlang der Hauptstraße, ein Rotlichtviertel mit zahlreichen Bordellen, ein Chinesenviertel mit einem taoistischen Tempel und einer Opiumhöhle, eine Eisenbahn, mehrere Zeitungen, sieben Brauereien und Kirchen verschiedener Religionen. Aber auch das Verbrechen hielt Einzug. Morde, Überfälle und Postkutschenraub waren beinahe an der Tagesordnung. Die Goldgräberstadt Bodie genoss einen schlechten Ruf und galt in dieser Zeit als eine der wildesten und gesetzlosesten Städte des Westens. Nach wenigen Boom-Jahren warf die Mine kaum noch Profit ab, auch weil der Goldpreis stark gefallen war und sich der Betrieb so immer weniger lohnte. Der grosse kalifornische Goldrausch, der 1849 begonnen hatte, war vorüber. Nachdem Bodie sonst keine Einnahmequellen zu bieten hatte, ging die Bevölkerungszahl bald wieder rapide zurück. Um die Jahrhundertwende gab es noch einmal einen kleinen Aufschwung, der aber den Niedergang nicht aufhalten konnte. 1917 wurde die Eisenbahnlinie 

demontiert und die Schienen wurden verschrottet. Bodie hatte aber immer noch einige wenige Einwohner bis in die Mitte des Zwanzigsten Jahrhunderts. 

Nach einem Großbrand im Jahre 1932, der zahlreiche Häuser, bis auf die wenigen, bis heute verbliebenen Gebäude, zerstörte, war das Schicksal der Stadt jedoch besiegelt. Das Geschäftsviertel im Stadtzentrum wurde von dem Brand völlig zerstört. Das 1877 eröffnete Postamt schloss 1942. Die Mine wurde in den folgenden Jahren zunächst noch weiter betrieben; die Arbeiter kamen aus den Nachbarstädten. In den sechziger Jahren wurde dann aber der Goldabbau vollständig aufgegeben.


 


 

Bodie

© 2016 by Rafael Koller

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